Den eigenen Weg gehen

Wahrscheinlich hat bereits jeder von uns schon mehrmals im Laufe seines Lebens „Du machst schon Deinen Weg“ oder „Geh Deinen eigenen Weg“ gehört.

Na, toll! Aber was nun?

Unser Weg beginnt nicht erst mit der Geburt

Viele Muster und Verhaltensformen, die wir im Kindesalter übernehmen, begleiten uns bewusst oder unbewusst das ganze Leben lang. Diese werden von unseren engsten Bezugspersonen vorgelebt, die wiederum viele Muster ihrer Eltern angenommen haben. Solche Verhaltensformen aber auch Denkkonstrukte können von Generation zu Generation übertragen werden und der gesamten Ahnenlinie entspringen. Oftmals passiert dies auf der energetischen Ebene, die sich unterbewusst abspielt.

Auf der anderen Seite nehmen wir schon früh wahr, wie uns die Umwelt wahrnimmt und demnach passen wir unser Verhalten an. Wir fangen an unsere Selbstwahrnehmung an dem zu messen, was andere von uns denken und beginnen uns mit anderen zu vergleichen oder zu identifizieren. Ebenso trägt oftmals der eigene Erwartungsdruck oder der von Außen dazu bei, dass wir uns nicht-gut-genug, erfolglos, aussichtslos, ängstlich usw. fühlen. Wiederum können wir uns erfolgreich, glücklich, fröhlich, ausgelassen, perfekt usw. fühlen, wenn wir die Bestätigung für unser Handeln oder Äußeres von der Umgebung erhalten.

Auf dem eigenen Weg – Muster durchbrechen

Der erste Meilenstein auf dem eigenen Weg ist die Bewusstwerdung der Muster, die wir ablegen oder verändern möchten und solcher, die wir für sinnvoll und gut halten und beibehalten mögen. Im Laufe des Lebens können wir diese immer wieder überdenken und anpassen. Nichts ist dabei endgültig, da das Leben selbst einem ständigen Wandel unterliegt.

Fange langsam an, ohne Eile. Du musst nicht alles auf einmal schaffen. Beginne Dich selbst wahrzunehmen und werde Dir dessen bewusst, welches spontane Verhalten oder Mechanismen, die Dir innewohnen, Dich am meisten ärgern. Halte einen Moment lang inne und beobachte Deine Reaktionen. Male Dir dann aus, wie dieses Verhalten aussehen könnte, wenn Du es nach Deinen Wünschen formen könntest. Dieses „Bild“ kannst Du Dir dann eine Zeitlang täglich in einer ein paar minütigen Meditation immer wieder aufrufen, bis Du merkst, dass Du das alte Muster durchbrochen hast. Manchmal dauert es nur wenige Tage, manchmal Wochen oder Monate…

Der Weg führt über die Selbstwahrnehmung

Ein Teil unserer Selbstwahrnehmung ist eng an unsere Stimmung gekoppelt. Ärgern wir uns über etwas oder sind schlecht gelaunt, dann fühlen wir uns zu blöd, zu hässlich, zu dick oder dünn, oder einfach nur niedergeschlagen und entmutigt. Sind wir fröhlich, dann fühlen wir uns wie auf Wolke Sieben und fast nichts kann uns die Stimmung verderben. Wir nehmen uns dann als schön, intelligent, erfolgreich, wunderbar und offenherzig wahr. Der andere Teil ist eng damit verbunden, wie uns die Umwelt wahrnimmt. Begegnet uns Jemand unfreundlich, oder äußert Kritik (egal ob berechtigt oder unberechtigt) oder denken wir einfach nur, nicht genug in das Bild des anderen zu passen, dann kann es in uns negative Empfindungen uns selbst gegenüber auslösen. Auf der anderen Seite, wenn wir von unserer Umwelt positiv wahrgenommen werden, stärkt es unsere positive Selbstwahrnehmung.

Hinzu kommen unsere eignen Unsicherheiten und Angstgefühle, die in uns bewusst und unterbewusst schlummern. Es kann z.B. etwas sein, was uns in der frühesten Kindheit passiert ist. Etwa dass eine Person geäußert hat, wir können etwas nicht gut genug und dieses Gefühl begleitet uns unterbewusst im Leben. Dann haben wir dies in unserem System konnotiert und wir werden immer den Eindruck haben, dass wir etwas nicht so gut können wie eine andere Person. Vielleicht probieren wir auch Dinge nicht aus, weil es uns „ohnehin nicht gelingen würde“.

All das kann mit der Zeit durchbrochen werden uns unseren eigenen Weg ebenen. Wenn ein solches Gefühl auftaucht, versuche es intensiv wahrzunehmen und Dich im nächsten Schritt zu fragen, ob es wirklich so ist. Horche Deiner inneren Stimme, versuche sie jedoch im ersten Moment nicht zu analysieren oder zu werten. Dann lege den Gedanken ab und besinne Dich auf etwas, was Dir Freude macht. Versuche immer wieder die negativen Gefühle, die in solchen Momenten auftauchen, durch positive zu ersetzten.

Der Weg ist das Ziel

Im Gegensatz zu der geläufigen Meinung, sich große Ziele im Leben zu setzen, die wohl möglich utopisch sind oder schwer zu realisieren sind, weil wir nicht alleine auf der Welt sind und sich die Rahmenbedingungen verändern, können wir uns für unseren Weg kleine Ziele setzten.

Dafür aber ist es wichtig zu wissen, wo die Reise hingehen soll. Wenn wir uns zunächst vor Augen führen, was uns glücklich macht und uns Spaß macht, dann können wir auch unseren Zielen näher kommen. Immer nur zu äußern, dass wir gerne beispielsweise in die Karibik möchten, aber uns die Zeit und das Geld dafür fehlen, führt kaum zu Realisierung der Idee. Auch immer nur davon zu reden, dass wir in einem Job unglücklich sind und wechseln möchten, aber wir keine andere Arbeit finden oder Angst vor der Arbeitslosigkeit haben, bringt eher Frustrationen mit sich.

Nachdem wir mit der Zeit unsere Muster durchbrechen und unsere Selbstwahrnehmung verändern, können wir auch unsere Ziele erkennen und unsere Kreativität dafür einsetzten, diese Wahr werden zu lassen. Auch neue Dinge ausprobieren, die wir schon immer machen wollten, aber uns unsere Befürchtungen, Konnotate und Selbstzweifel daran gehindert haben, können wir nun leichter ins Auge fassen und realisieren.

Wenn wir also in die Karibik verreisen möchten, dann kann uns unsere Kreativität dabei helfen, wenn wir es nur zulassen. Etwa jeden Monat etwas Geld für die Reise zurücklegen, unseren Keller ausmisten und Dinge zu verkaufen, die wir nicht mehr benötigen. Oder vor Ort bei einer Organisation ein Volontariat absolvieren (das geht im Übrigen in jedem Alter), vielleicht auch als Bildungsurlaub geltend machen… Klar bedürfen manche Ziele einer längeren Vorlaufzeit als andere, aber wenn wir uns von unseren „Abers“ und „Unmöglichkeiten“ loslösen, dann können wir Dinge schaffen, die uns vorher undenkbar schienen. Auch Rückschläge gehören dazu. Dennoch können wir immer unsere Ziele an die vorhandenen Rahmenbedingungen anpassen, ohne uns einzureden, dass sie nie Wahr werden. Vielleicht passieren auf dem Weg auch Dinge, die uns von dem ursprünglich gedachten Ziel abbringen, aber noch noch mehr potenzielle Ziele und Möglichkeit offenbaren.

Schritt für Schritt auf dem eigenen Weg

Den Prozess und die Entdeckungsreise zu uns selbst und zu unserem eigenen Weg können wir durch begleitende Aktivitäten unterstützen. Egal, ob wir bereits Erfahrung mit bestimmten Dingen gemacht haben oder nicht. Oftmals kann bei dem Prozess Fachliteratur zu bestimmten Themen helfen, Vorträge oder Interessengemeinschaften. Auch Meditation, Tiefenentspannung, Yoga, autogenes Training, Gymnastik oder Ähnliches. Manchmal auch eine neue Kleidung oder die Umgestaltung der Wohnung. Versuche auf Dein Inneres zu hören und das zu machen, was sich in dem Moment gut anfühlt. Wenn spontan ein Gefühl auftaucht, dass Du ein Eis essen möchtest oder ein Bier trinken möchtest, oder auf einen Baum klettern magst – dann mach es!

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Das schamanische Träumen – bewusstes Träumen

Im deutschen Sprachgebrauch finden wir mehrere Begriffe, die einen Traum definieren: Tagtraum, Albtraum, Klartraum, Einschlaftraum, Wahrtraum. Fast jeder Mensch hat bereits im Verlauf seines Lebens etwa von prophetischen Träumen gehört, von visionären Träumen oder von Ereignissen, die sich in einem Traum gezeigt haben sollen.

Nun – das wirft gleich mehrere Fragen auf. Was ist überhaupt ein Traum und kann es zweifelsfrei definiert werden? Was passiert in der Traumphase eines Menschen? Können Träume Ereignisse vorhersehen und als Warnsignale oder als Anleitung für etwas intepretiert werden? Können Träume gesteuert werden?

Aus der schamanischen Sicht können Träume bewusst gesteuert werden und somit auch die Zukuft verändern. Ebenso ist eine schamanische Reise mit einem Traum vergleichbar, die einem Zweck dient. Nämlich der Lösung eines Problems oder der Klarheit und Bewusstwerdung eines Anliegens oder des Wegs für den Umgang mit Dingen gar Lösungsansätze. Der Traum ist demnach die Realität und die Realität der Traum. Allerdings können Träume nicht eins zu eins in die Realität übersetzt werden, da sich sich auf einer anderen Ebene des Bewusstseins und der Vorstellungskraft bewegen.

Psychlogie und Traum

Psychologisch gesehen verfügen Träume über besondere Eigenschaften. Wie z.B. „ein Traum ist eine vielsinnige Wahrnehmungssytuation“, „Ein Traum ist die Formation von Kompromissen, um hallozogenisch Wünsche zu erfüllen und gleichzeitig den Schlaf zu behüten“, „Ein Traum ist ein psychologisches Trugbild“, „Ein Traum setzt sich auf komplexen visuellen Vorstellungen zusammen, die einigen Entwicklungsschritten unterzogen worden sind“ oder „Ein Traum verstrickt multisensorische Bilder oder Empfindungen sowie der Träumer selbst, dessen Affektivitätslage und besonders die individuelle Art, Mentales zu verarbeiten“… Definizionsansätze, die kaum zweifelfrei belegt werden können.

Medizin und Traum

Medizinisch gesehen können Träume bzws. der Schlaf psysiologisch und neurologisch eindeutiger eingeordnet werden. Obwol lange Zeit der Schlaf als eine passive und nicht aktive Phase angesehen wurde, stellte sich bei Untersuchungen ab den 50ger Jahren heraus, dass es durchaus um eine aktive und inhomogene Zustand vielfältiger und zentralnervöser Prozesse handelt. Wie die Studien zeigten, ist die sogenannte REM-Phase (Rapid Eye Movemet) der Moment im Schlaf, in dem die Traumsequenz stattfindet. Psysiologisch gesehen ist der Körper im Ruhezustand: der Blutdruck sinkt, die Muskeln entspannen sich, die Atmung wird ruhiger… Träume sind jedoch nicht auf den REM-Schlaf beschränkt; auch in anderen Schlafstadien laufen kognitive Prozesse ab, die jedoch offenbar nicht den bildhaften und szenischen Charakter haben wie die REM-Träume. Untersuchungen mittels experimenteller Weckungen aus REM-Schlaf im Schlaflabor haben ergeben, daß man in den weitaus meisten REM-Phasen Traumberichte erheben kann. Umstritten sind allerdings noch bis heute die Funktionen des REM-Schlafes und die der Träume. Populärste Hypothese zur Funktion des Traumes ist weiterhin die auf Freud zurückgehende Annahme, daß diese Ausdruck unbewußter Impulse sind, als Wunscherfüllungen aufgefaßt werden können und somit eine psychohygienisch wichtige Funktion erfüllen (Freud 1900). Diese Annahme ist nicht unwidersprochen geblieben.

Der schamanische Traum

Das schamanische Träumen ist kaum wissenschaftlich erklärbar. Naturkulturen, archaische Völker und Kulturen, in dem die geistige Welt, Wesen, Pflanzenheilkunde, Visionen oder der Glaube an mystische und magische Phänomene lebendigt ist, kennen Träume als Teil der Realität, als Wegweiser oder als Botschafter. Ein Schamane begibt sich ähnlich wie bereits in dem Beitrag zu Schamanischen Reise beschrieben, in die Anderswelt mit Hilfe von Träumen bewusst und mit einem Anliegen.

Der Traum ist Realität und die Realität ist der Traum“

Das gesamte Verhalten des Menschen basiert zumeist auf Projektionen von dem was bereits im Laufe des Lebens erlebt wurde. Unser Verstand versucht uns von negativen Erlebnissen zu bewahren und deshalb wägt er fortwährend ab, ob wir eine Situation, der wir ausgesetzt sind, negativ oder positiv zu bewerten ist. Sie können aber genau dieses im bewussten Traum beeinflussen und sich Nutze machen. Jede Änderung wird dann Auswirkungen auf Ihr Leben haben. Indem die alten Glaubenssätze im Traum abgelegt oder verändert werden können, kann sich das Leben ändern! Die Projektionen der Vergangenheit, die der Verstand negativ konnotiert hat und die damit einhergehenden Ängste oder Projektionen auf das Hier- und Jetzt oder auf die Zukunft, können damit wie ausradiert werden.

Traumübung – bewusstes schamanisches Träumen

Stellen Sie sich vor, Sie können Ihre Träume beeinflussen. Diese kleine Übung kann Ihnen dabei helfen, Ihre Träume zu steuern und zu verändern.

Legen Sie sich in einer möglichst ungestörten und für Sie angenehmen Umgebung hin. Atmen Sie ruhin uns gleichmäßig. Wenn Sie Erfahrungen mit Meditation haben, können Sie sich den Zustand ähnlich einer Meditation vorstellen. Wenn nicht, versuchen Sie einfach entspannt zu sein und zur Ruhe zu kommen.

Richten Sie dann Ihre Aufmerksamkeit auf ein Anliegen, das Sie erträumen möchten. Denken Sie an ein Symbol, das für das Anliegen im Traum stehen kann. Es ist dabei nicht wichtig, was das Symbol ist – es ist sehr individuell.

Versuchen Sie nichts zu erzwingen, lassen Sie sich auf das ein, was sich vom geistigen Auge abspielt. Das Symbol Ihres Anliegens kommt automatisch zu Ihnen! Manchmal dauert es nur wenige Sekunden, manchmal auch eine halbe Stunde usw. Bleiben Sie entspannt und erzwingen Sie nichts.

Sobald sich das Symbol zeigt, fangen Sie an zu Träumen: visualisieren Sie das Symbol für Ihr Anliegen intensiv. Beobachten Sie wie es aussieht (es kann alles sein: eine Pflanze, ein Wesen, Architektur, Tier, Mensch, eine Rune, ein Bach etc.), wie es sich anfühlt wie es riecht oder sich anhört. Lassen Sie Ihre Sinneseindrücke erst mal zu ohne zu bewerten.

Beginnen Sie dann damit, Ihr Symbol und alle Eindrücke um jenes in einer positiven Art und Weise zu steuern und zu verändern.

Beispiel: Wenn Sie Probleme z.B. mit der Niere haben, dann schauen Sie sich Ihr Symbol dafür ist bsws. eine stachlige, stinkende, schwarze Rose, dann visualisieren Sie, dass sich die Farbe der Rose nach und nach verändert. Sie wird wunderschön, blüht auf und duftet verführerisch. Die Stacheln werden weicher und Sie können Sie im Traum bedenkenlos anfassen. Sie fühlen sich sogar weich und flauschig an.

Vergessen Sie nicht: im Traum ist ALLES möglich!

Sie können dann Ihr Symbol (in dem Beispiel die Rose) auch fragen, was sie braucht um wieder gesund, vital und kräftig zu werden. Dann können Sie sowohl im Traum, als auch dann in der Realität genau das umsetzten.

Genau so können Sie das bewusste Träumen einsetzten, um Anliegen zu heilen, sich mit Ihren Problemen auseinanderzusetzen, oder sie einfach positiv im Schlaf zu beeinflussen. Sie werden nach und nach merken, dass Sie diese Übung nicht mehr benötigen, um bewusst träumen zu können.

Literaur:

Brigitte Holzinger, Der luzide Traum, Phänomologie und Phsychologie, Wien 1997

Aserinsky E, Kleitman N (1953) Regularly occurring periods of eye motility and concomitant phenomena during sleep. Science 118:273 -274

Freud S (1900) Die Traumdeutung. GW Bd.2 Fischer, Frankfurt am Main (1972)

Zulley J, Bailer (1990) Polyphasic sleep/wake patterns and their significance to vigilance. In: Leonard JP (ed) Vigilance: Methods, Models and Regulation (pp 98-110). Martinus Nijhoff, Boston

Schamanische Reise Schamanisches Yoga Unterbewusstsein Traum

Schamanische Reise – Innere Vorgänge und die “Anderswelt” wahrnehmen

Eine Schamanische Reise kann grundsätzlich für eigene innere Vorgänge angewendet werden, oder für eine andere Person innerhalb einer Heilarbeit oder im Zusammenhang mit Ursachenforschung eines bestimmten Problems oder Sachverhaltes. Demnach hat eine Schamanische Reise stets ein bestimmtes Anliegen.

Dabei handelt es sich um einen Vorgang, der ähnlich einer Meditation ist. Allerdings werden bei einer Reise bewusst Visualisierungen, Wahrnehmungsebenen und Emotionen eingesetzt. Es ist also kein Vorgang des Erlebens der “Leere”, wie bei manchen Arten der Meditation. Mit Hilfe der bewussten Vorgänge als “Einleitung” einer Reise, können dann unbewusst und spontan weitere Bilder, Gefühle oder physische Reaktionen auftauchen, die zur Problemlösung dienlich sind, oder andere Betrachtungsweisen auf das zu lösende Anliegen implitzieren. Wichtig hierbei ist, dass der Verstand in den Hintergrund tritt und die inneren Vorgänge so genommen werden wie sie sind. Zunächst ohne Wertung und ohne Dinge sofort analysieren zu wollen. Die Spirits, Geisthelfer, Krafttiere und Ahnen beigleiten jede Reise.

Da jeder Mensch unterschiedlich ist, ist das Reisen an sich ebenfalls unterschiedlich. Jeder erlebt Dinge anders und begegnet seinen inneren Vorgängen auf eine andere Art und Weise. Die Wahrnehmung kann unterschiedlich sein, jedoch gibt es drei Grundsätze für den Beginn einer Reise:

– Bewusstwerdung/ Formulierung des Anliegens

– Einen Zugang/ Portal in die „Anderswelt“ finden

– Den Verstand weitestgehend in den Hintergrund tereten lassen

Die Bewusstwerdung des Anliegens ist das Thema einer Schamanischen Reise. Es kann sich dabei um eine Frage handeln, ein Problem, das gelöst werden soll, ein körperliches oder seelisches Leiden, ein Zustand, ein Wunsch, Ursachenforschung oder das Suchen einer Antwort auf einen bestimmten Sachverhalt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man für sich selbst reist, oder für eine andere Person. Das Thema sollte dabei möglichst präzise formuliert werden. Es kann helfen das Anliegen mehrmals laut auszusprechen oder sich auf einem Zettel zu schreiben, es zu visualisieren oder einen Gegenstand als Stellverter für das Thema zu haben – jeder Mensch kann dafür seine eigene Methode entwicklen.

Das Portal zur „Anderswelt“ kann ein tatsächliches Portal sein wie beispielsweise eine Tür, Tor, Hauseingang oder eine Pforte. Genauso können Erdlöcher, Höhleneingänge, Wasserlöcher, Grotten, Bögen aus Zweigen, Bäume, Büsche, Treibsand, Moor, Wolken etc. als Portale dienen. Jeder Reisende kann für sich den geeignesten Eingang suchen und finden. Dabei spielt es keine Rolle, ob im wahren Leben der Körper tatsächlich durch das Portal psysisch passt oder nicht. Hierbei kann alles visualisiert werden. Nichts ist unmöglich. Wichtig ist nur die Bewusstwerdung des Eingangs in die „Anderswelt“ und der Zugang zum Unterbewusstsein. Was die beste Methode dafür ist, muss Jeder für sich herausfinden.

Den Verstand in den Hintergrund treten zu lassen bedarf häufig einiger Übung. Die meisten Menchen tendieren dazu Sachverhalte, Situationen und Dinge sofort bewusst und unbewusst zu bewerten und zu analysieren. Das ist der Verstand, der uns warnen will oder bereits erlebtes (besonders negative Erlebnisse) auf das zu lösende Anliegen proiziert. Es ist nicht immer negativ zu verstehen. Der Verstand ist im Leben wichtig! Wie das genau funktioniert wird im Beitrag „Wahrnehmungsebenen im Schamanismus“ behandelt und erörtert.

Bei der Schamanischen Reise wird der Verstand allerdings zumeist nur für die Bewusstwerdung des Themas eingesetzt und kann Hilfreich für die Anfangsvisualisierung sein. Ansonsten befindet sich jeder Reisende auf der seelischen Ebene, in der „Anderswelt“, im Traum, Trance und dem „Inneren“. Dort spielen sich die Vorgänge ab, die für das zu bearbeitende Thema von Bedeutung sind.

Einige Übungen können dabei Helfen, den Verstand für eine Weile in den Hintergrund tereten zu lassen. Eine Beispielübung, die jeder bequem auch zu Hause ausprobieren kann ist die

„Bewusstwerdung eines Gegenstandes“.

Nehmen Sie ein Gegenstand in die Hand, der Ihnen spontan in die Hände fällt. Beispielsweise eine Tasse. Setzen Sie sich mit dieser Tasse an einem ungestörten Ort zu Hause.

Betrachten Sie den Gegenstand genau. Wie sieht es aus? Welche Details fallen Ihnen auf? Welche Merkmale hat die Tasse? Welche Farbe, Größe, Form, Gebrauchsspuren etc.

Dann tasten Sie den Gegenstand (ggf. mit geschlossenen Augen) ab. Wie fühlt sich die Oberfläche an? Ist sie glatt oder rauh? Ist es kalt oder warm? Hat sie Sprünge oder Einkehrbungen? Wie fühlt sich die Form und Struktur an? Welches Material ist es?

Denken Sie danach an die Funktion und Einsatzmöglichkeiten des Gegenstandes. Wofür wird es benutzt? Wer hatte diesen Gegenstand bereits in der Hand gehabt? Wer hat es produziert? Haben Sie es bereits anders benutzt, als auf diese Art und Weise wie es für gewöhnlich verwendet wird? Welche Zweckentfremdung wäre denkbar?

Nun schauen Sie auf den Gegenstand mit etwas zugekniffenen Augen, fokusieren Sie auf einen bestimmten Punk so lange, bis die Tasse vor Ihren Augen „verschwimmt“. Beobachten Sie, was mit dem Gegenstand passiert. Welche Formen nimmt es an? Welche Farben? Welche Emotionen und Gedanken tauchen plötzlich in Ihnen auf? Vielleicht sehen Sie gar nichts, oder es tauchen Erinnerungsfetzen auf oder Bilder? Was rück in Ihr inneres Blickfeld, wenn Sie nicht mehr den Gegenstand sehen, als das was es mit dem Verstand zu erfassen ist? Welche Gedanken, Assoziationen und Gefühle tauchen plötzlich auf, wenn der Verstand in den Hintergrund getreten ist?

Möglicher Ablauf einer Schamanischen Reise – Probieren Sie zu reisen

Dieser Ablauf ist nur ein Beispiel für eine Schamanische Reise, da wie bereits erwähnt, jeder Reisende individuell reist und die inneren Vorgänge und Rituale unterschiedlich sein können.

Ein Eröffnungsritual bildet den Beginn der Reise. Es kann Trommeln sein, Anrufung der Geisthelfer, Rasseln, Räuchern, ein Mantra etc. Jeder Reisende kann sein eigenes freierliches Ritual einsetzten.

Das Anliegen wird vergegenwertigt. Beispielsweise wird das Thema bewusst ausgesprochen, im Geiste vergegenwärtigt oder visualisiert…

Über ein Portal wird nun die „Anderswelt“ betreten.

Diese Welt kann wie ein Garten aussehen, ein Hain, eine Wiese, Höhle, Insel, Meer etc. Nun schauen Sie sich an diesem Ort genau um. Nehmen Sie alles möglichst detaiert wahr. Tauchen wohlmöglich Gegenstände, Landschaften, Tiere, Insekten, Traumwesen, magische Helfer etc. auf? Lassen Sie die Bilder, Emotionen, Gefühle und alles was in Ihr Wahrnehmungsfeld rückt zu. Ohne Wertung und ohne Analyse. Beobachten Sie was um Sie herum passiert.

Benutzen Sie für die Wahrnehmung alle Sinne. Tauchen Geräusche, Gerüche, psysische Reaktionen auf? Spüren Sie Freude, Unsicherheit, Neugierde, Ekstase, Aufregung etc.?

Nun können Sie auch in Gedanken Ihr Anliegen in der „Anderswelt“ äussern oder einen Geisthelfer um Hilfe bitten. Beobachten Sie dann was um Sie herum passiert. Verändert sich die Umgebung? Sind plötzlich bestimmte Farben oder Geräusche verstärkt da? Welchen Weg schlägt Ihre Reise ein?

Wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Ihr Anliegen transformiert hat oder Sie genügend Informationen gesammelt haben, kommen Sie wieder über das gleiche Portal zurück, über den Sie in die „Anderswelt“ gekommen sind.

Führen Sie alles im vollen Bewusstsein und ohne Hektik aus. Nehmen Sie sich so viel Zeit, wie Sie benötigen.