Faszination: Meditation – Arten, Wirkung, Übungen

Nach wie vor denken viele eine Meditation sei der absolute Ruhezustand, der Gedanken fernhält und uns ein Gefühl der Leere vermittelt. Durch konzentrierte Achtsamkeitsübungen soll sich der Geist sammeln und zur Ruhe finden. Es soll dem Stressabbau und der Bewusstseinserweiterung dienen. Im Internet und Magazinen finden sich Aussagen wie „Meditation ist einfach und wirksam, M. verändert das Gehirn in positiver Weise, M. fördert die Konzentration und macht glücklich… Allerdings deutet bereits die lateinische Herkunft des Begriffs („meditatio“ – nachdenken, nachsinnen, überlegen) auf die Vielfalt der Praktiken und Bedeutungen hin, die in vielen Religionen und Kulturen zu finden sind, die nicht zwangsläufig im „Gefühl der Leere“ münden. Was ist also Meditation und wie wirkt sie sich aus?

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage der praktischen Ausübung von Meditation für Jedermann im Alltag auch außerhalb eines spirituellen Rahmens und dem „Gefühl der Leere“. Dem zugrunde liegt die These, dass der Mensch den Geist durchaus auch ohne religiöser oder esoterischer Überzeugungen beeinflussen kann und wie sich eine Meditation positiv auf den Körper und die Psyche auswirken mag.

Um den Zugang zum Verständnis der Grundlagen der Meditation zu erleichtern werden die häufigsten Arten und Ideen der Meditationspraxis kurz umrissen. Hierbei können wir uns bewusst werden, dass wir alle dazu in der Lage sind, ohne Dogmen, zu meditieren. Die Auswirkungen der Meditation sind unabhängig von der Art, die wir als optimal für uns wählen, ähnlich. Ausgewählte Übungen sollen dabei helfen, für sich die beste Meditationspraxis zu finden oder, für diejenigen unter uns, die bereits Erfahrung mit Meditation haben, die Vielfalt der Methoden auszuprobieren.

Arten der Meditation

Die Arten können zunächst als passive und aktive Meditationstechniken verstanden werden. Wie die Begriffe schon anklingen lassen, handelt es sich im ersten Fall um eine Technik, die mehr auf der Vorstellungskraft und der Konzentration im Geiste basiert. Im zweiten Fall wird der meditative Zustand mit Hilfe von Konzentration und körperlichen Tätigkeiten erreicht.

Dabei können wir in der passiven Meditation vorrangig unsere Gedanken auf ein ganz bestimmtes Thema, Objekt, Ziel oder Umstand lenken. Vereinfacht ausgedrückt, entfernen wir uns damit von dem Alltag, denken nicht mehr an das, was wir noch so dringend zu erledigen haben, nehmen uns Zeit für uns selbst. Die Idee dahinter ist, dass durch das Fokussieren auf ein einziges Thema, wir unseren Geist gezielt in eine Situation bringen können, in der er nicht mehr der Überflutung an äußeren Reizen ausgesetzt ist und wir daher eine bewusste sowie unterbewusste Ruhephase erleben. Im spirituellen Kontext der östlichen Tradition wird dies auch als bewusstseinserweiternde Übung verstanden, die je nach Tradition, unterschiedlich und oft mit Begriffen wie Stille, Leere, Eins-Sein, im Hier und Jetzt sein oder frei von Gedanken sein, beschrieben wird. Zu der so genannten passiven Meditation gehören u.a. Stille- Ruhemeditation, Achtsamkeitmeditation, Konzentrationsmeditation, Transzendentale Meditation, Tafeln von Chartres, Fantasiereisen oder Geführte Meditation.

Während der aktiven Meditation sind die Bewegung und die Wiederholung (Rezitation) die zentralen Elemente. Neben der körperlichen Tätigkeit im Sinne von Bewegungsabläufen, gehören beispielsweise das Singen von Mantren oder eine sich wiederholende Melodie beim Spielen eines Instruments dazu. Dabei gelinkt es uns ähnlich wie bei der passiven Meditation dem Alltag zu entfliehen. Die grundlegende Idee dahinter ist die gleiche wie bei der passiven Meditation. Zu den aktiven Meditationsarten gehören beispielsweise die Kampfkunst, Tanz, Musik, Rezitation, Zen, Osho, Yoga, Chakrameditation oder Tai Chi.

Wirkungen

Seit zirka 20 Jahren finden wir eine wachsende Zahl an wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Meditation und den Auswirkungen auf die mentale und körperliche Gesundheit. Auch im schulmedizinischen Bereich, Psychotherapie, Krankenhäusern oder Kliniken hält die Meditation als begleitende Therapieform Einzug. Positive Wirkungen von Meditation reichen von Angstzuständen und Depressionen über Stressabbau und Stoffwechselstörungen. Ebenso kann Meditation die Kreativität, Konzentration, Lernfähigkeit und das Gedächtnis fördern. Sowie das eigene Wohlbefinden stärken.

Übungen

In diesem Abschnitt möchte ich zwei ausgewählte Meditationen zum Ausprobieren beschreiben, die sich in meiner Yoga-Praxis als besonders gut für Anfänger herauskristallisiert haben. Dabei ist empfehlenswert sich für diese Übungen jeweils zirka 15 – 20 Minuten täglich, über einen Zeitraum von min. 4 Wochen, Zeit zu nehmen. Beim Erbroben aller drei Arten, ist es ratsam eine einzelne Meditation für 2-3 Tage auszuüben, bis man die geeignete Form gefunden hat, die über einen längeren Zeitraum praktiziert wird.

Suchen Sie sich einen möglichst ruhigen Raum oder auch einen Platz im Freien, der ungestört ist. Wenn möglich, setzten Sie sich im Schneidersitz, Lotus- oder Halblotussitz bequem hin. Gerne können Sie auch einen Stuhl oder ein Sitzkissen verwenden.

Kommen Sie zunächst in der Umgebung an, schauen Sie sich einen Moment lang um, nehmen Sie alles um sich herum wahr, bis Sie das Bedürfnis haben, mit der Meditation zu beginnen. Schließen Sie dann die Augen, atmen Sie tief und gleichmäßig und stellen Sie sich vor, dass alle Geräusche um Sie herum immer mehr in weite Ferne rücken.

Atem

Der Atem ist der natürlichste Vorgang, der automatisch passiert, auch wenn wir nicht daran denken. Konzentrieren Sie sich nun auf Ihren eigenen Atem und versuchen Sie ganz bewusst den Atem wahrzunehmen und später zu lenken. Beobachten Sie eine Zeit lang wie die Luft durch die Nase ein- und ausströmt, wie sich Ihre Lungen mit frischer Luft füllen und mit jeder Ausatmung die „verbrauchte“ Luft herausströmt.

Nun beginnen Sie sich auf die Atmung zu konzentrieren. Atmen Sie durch Ihre Nase wie folgt: A – Gleichmäßig Einatmen tief in den Bauch hinein – Ausatmen vom Bauch nach oben durch die Nase hinaus – 10 Wiederholungen

B – Zählen Sie im Inneren langsam bis 3 bei jedem Einatmen und genauso bei jedem Ausatmen – 15 Wiederholungen

C – Nun atmen Sie bewusst tief, gleichmäßig und ruhig weiter, so wie Ihr Atem kommt, und beobachten Sie wie sich die Atmung anfühlt, hat sich etwas verändert? Ist alles gleich geblieben? Bleiben Sie konzentriert bei dem Beobachten Ihrer Atmung. Sollten Gedanken und Emotionen kommen, dann nehmen Sie diese wahr, jedoch kehren Sie bewusst zu Ihrer Atmung zurück.

Wiederholen Sie die Techniken A und B einige male, bis Sie das Gefühl haben, dass alles um Sie herum keine Rolle mehr spielt und Sie sich „ausschalten“ können. Praktizieren Sie Technik C immer wieder zwischen den Wiederholungen von A und B. Beobachten Sie bewusst Ihren Atem. Nach einiger Übung können Sie auch die Reihenfolge der Atemtechniken verändern.

Sollte sich diese Übung für Ihre Meditation stimmig und gut anfühlen, so fahren Sie mit diesen Techniken täglich für einen längeren Zeitraum fort.

Klang

Klänge begleiten uns das ganze Leben. Egal, ob wir schlecht oder gut hören können, musikalisch sind, oder welchen Musikgeschmack wir haben. Klänge können sich aber auch auf den Körper auswirken, auch wenn wir sie kaum oder gar nicht bewusst wahrnehmen. Für eine Meditation ist eine monotone und sich wiederholende Musik empfehlenswert. Es muss allerdings nicht immer ein Mantra sein – auch zu Heavy Methal, Klassik oder Goa Trance kann meditiert werden.

Suchen Sie zunächst, gerne auch im Internet, eine Melodie, bei der Sie sich wohlfühlen. Das Musikstück sollte optimalerweise mindestens 15 Minuten lang sein und möglichst ohne verständlichen Text, damit Sie sich nur auf den Klang und weniger auf die Worte konzentrieren. Hierfür eignet sich Trommelmusik sehr gut. Falls Sie eine eigene Trommel haben, dann spielen Sie diese.

Setzten Sie sich für die Meditation (wie oben beschrieben) bequem und ungestört hin. Spielen Sie die Musik ab uns schließen Sie die Augen. Richten Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Klang und werden Sie sich der Einzelheiten der Musik bewusst. „Untersuchen“ Sie die Sequenzen und die Feinheiten der Klänge ganz genau. Dabei atmen Sie ruhig durch die Nase, ohne dass Sie sich besonders auf den Atmen konzentrieren. Nehmen Sie nach und nach die einzelnen Klänge in sich auf, dann lassen Sie das ganze Musikstück auf sich wirken. Lassen Sie diesen in Ihr Energiesystem eintauchen. Nehmen Sie alles wahr, was sich vor Ihrem inneren Auge abspielt, welche Emotionen oder Gefühle durch die Musik hervorgerufen werden, oder was für physische Auswirkungen kommen, ohne jene zu bewerten oder sich mit ihnen zu identifizieren. Lassen Sie alles kommen und gehen. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf die Musik. Wiederholen Sie abwechselnd die Wahrnehmung von einzelnen Klängen (1) mit der Wahrnehmung des ganzen Musikstücks (2) und dann alles, was sich im Inneren oder physisch abspielt (3).

Wiederholen Sie die Vorgänge 1 – 2 – 3 stets in der gleichen Reihenfolge zirka 15 Minuten lang.

Referenzen

Blair, R. J. R.: The amygdala and ventromedial prefrontal cortex in morality and psychopathy, in: Trends in Cognitive Sciences, Bd. 11, S.387–392, 2007

 Zaby, Alexandra; Heider, Jens; Schröder, Annette: Warten, Entspannung oder Verhaltenstherapie, in: Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Bd. 37, S. 15-23, 2008

Saeed, Sy Atenzaz; Antonacci, Diana J.; Bloch, RichardM.: Exercise, Yoga, and Meditation for Depressive and Anxiety Disorders, in: American Family Physician, Bd. 81, Teil 8, S. 981-986, 2010

 

 

Heiltrommel Schamanismus Schamanisches Yoga Berlin

Heil-Trommel *** Trommelheilung mit tiefen Urklängen

Die Klänge, besonders einer tiefen, Trommel nehmen wir als angenehm wahr. Die Geräusche vermitteln uns das Gefühl der Geborgenheit, des Wohlbefindens und der Entspannung. Trommelschläge in unterschiedlichen Frequenzen ergeben einen Ton und versetzten nicht nur das Instrument in Schwingung. Sie haben Auswirkungen auf unser Energiesystem, das durch den Klang einer Trommel in positiver Weise beeinflusst werden kann.

Eine schamanische Trommelreise kann deshalb als ein sehr persönliches und intensives Erlebnis empfunden werden. Manchmal nehmen wir dadurch erst überhaupt unseren spirituellen und inneren Energiekörper wahr und können ihn pflegen, oder gleichsam den Zugang zu unserem Unterbewusstsein oder zu der Anderswelt und den Ahnen finden.

Heil-Trommeln wird heutzutage von vielen Naturvölkern und in manchen Naturheilverfahren im Westen eingesetzt. Die Trommel harmonisiert unser Inneres und stärkt unsere Selbstheilungskräfte. Sie erinnert uns an die Urkräfte, an das Universum, die Erdkräfte und die tiefe Verbundenheit mit der Natur und der Anderswelt, die oftmals in unserer schnelllebigen Zeit in den Hintergrund geraten.

Die Heiltrommel – schamanische Trommelheilung

Schamanen verwenden für ihre Heilarbeit und Rituale heutzutage zumeist Rahmentrommeln in verschiedenen Größen, die aus Holz und Tierhaut gefertigt werden. Das Holz symbolisiert die Natur und die Spirits des Waldes sowie des Erdreichs. Es symbolisiert auch den Weltenbaum. Das Leder steht für die Lebewesen, Krafttiere und den Hilfsgeist.

Die Trommel fungiert als ein „Reittier“, mit dessen Hilfe man in die Anderswelt gelangt. Der Klang unterstützt das Herbeirufen der Geister für Rituale und verbindet den Urimpuls, die Schöpfung und den Ruf. Schamanen können sich mit der Trommel verbinden, sie wird eins mit dem Heiler*in, und stärkt schamanische Reisen, Heilrituale oder kann gezielt zur Harmonisierung und Linderung körperlicher und seelischer Disharmonien eingesetzt werden.

Darüber hinaus sind die Wirkungen der Heiltrommel auf unser Energiesystem und den Körper sehr vielseitig. Der Rhythmus bringt unsere Gehirnwellen in den Alpha-Rhythmus, synchronisiert den Herzschlag, beruhigt und wirkt erdend. Sehr schnelle Trommelschläge können unser Schmerzempfinden senken oder Krämpfe mindern sowie gar auslösen. Die Klänge gehen in Resonanz mit unserem System und verbinden uns mit dem Urklang und unser Urkraft. Die Heiltrommel hat die Macht in uns sowohl Dinge zu injizieren, auszulösen als auch zu erwecken – unsere Lebenskraft.

Therapeutischer Ansatz der Heiltrommel

Die Trommel ist eine effiziente Methode der alternativen Medizin und naturverbundener Heilansätzen zur Behandlung von Angstzuständen, Nervosität, Depressionen, Schlafstörungen oder Unruhezuständen. Allgemein wirkt sich die Heiltrommel positiv bei psychosomatisch bedingten, körperlichen und seelischen Leiden und stärkt unser Immunsystem sowie unsere Selbstheilungskräfte. Besonders tiefe, regelmäßige Trommelklänge beruhigen uns, verbinden uns mit den Kräften des Kosmos und der Natur und geben uns das Gefühl von Geborgenheit. Dabei kann jeder von uns selbst trommeln oder sich von einer Trommel passiv leiten lassen. Das muss jeder von selbst herausfinden, was sich besser oder schlechter anfühlt. In schamanischen Ritualen besteht, je nach Heilansatz und Brauch, die Möglichkeit entweder aktiv oder passiv mit der Trommel umzugehen.

Yoga als Heilmethode

Yoga als Heilmethode?

Im westlichen Gesundheitssystemen finden wir allzuhäufig die Ausrichtung auf die pathologischen Zusände des Körpers und des Geistes, die mit unterschiedlichen Methoden therapiert werden. Hierbei wird der Fokus auf die Krankheit gelegt, weniger auf die seelischen Ursachen, auch wenn alternative Heilmethoden im Laufe der Zeit immer mehr Anklang finden und vereinzelnd begleitend zu Schulmedizin eingesetzt werden.

Das uralte yogische System vereint dagegen das Bewusstsein für die Wechselwirkungen der eigenen Physiologie, dem Geist, der Atmung und der Seele. Aus der Verbindung dessen resultiert die heilende Wirkung von Yoga. Hierbei steht der gesunde Zustand des Individuums im Vordergrund.

Bereits viele Menschen mit gesundheitlichen Problemen und chronischen Erkrankungen haben Yoga für sich als ganzheitliche medizinische Therapieform entdeckt – mit zum Teil beachtlichen Erfolgen.

Heilansatz im Yoga

Die heilsame Wirkung von Yoga basiert auf uralten Vorstellungen, die eng mit der Natur, den Kräften des Universums, der Astrologie und der Jahreszeiten, verstanden werden – es ist die Wissenschaft vom „gesunden“ Leben. Der angestrebte Zustand des Gleichgewichts von Körper, Geist und Seele bringt mit sich das Gefühl der Verbundenheit mit dem Universum, mit der Natur und mit der eigenen Spiritualität. Dabei spielt es kaum eine Rolle aus welcher Sozialisation wir kommen, aus welchem Teil der Erde oder ob wir religiös geprägt sind, oder nicht. Die heilsamen Wirkungen von Yoga sind uns allen, jeden Alters und Geschlechts, zugänglich sobald wir uns nur darauf einlassen.

Die Yoga-Asanas sind keine reinen Körperübungen wie Aerobic, Gymnastik oder Workout, die für die körperliche Fitness ausgeführt werden, aber währenddessen die Gedanken und die Emotionen irgendwo herumschwirren. Es ist ein System aus Übungen, die bewusst, intensiv und bedacht in Kombination mit Atemtechniken und Ruhezuständen ausgeführt werden. Der Fokus der Gedanken und der Emotionen liegt beim Üben auf den Techniken und dem Zustand der Meditation während der Yoga-Praxis. Dabei spüren wir die Asanas ganzheitlich mit Leib und Seele. Wir verlassen alles, was uns in dem Moment stören könnte und lassen uns auf den Moment im Hier- und Jetzt ein.

Obwohl es mittlerweile im Westen viele Yoga-Arten gibt, die oftmals als eine „gesunde Form“ der Bewegung, zur Stressabbau, als Ausgleich zum schnelllebigen Alltag oder zur Reduktion von Rücken- oder Bewegungsapparatbeschwerden angepriesen werden, halte ich dies für viel zu oberflächlich gedacht. Denn die heilende Wirkung von Yoga basiert eben nicht ausschließlich auf den Übungen.

Auf der anderen Seite bieten uns die vielfältigen Angebote an Yoga-Kursen die Möglichkeit, die „richtige“ Yoga-Art für uns selbst zu finden. Wir können damit das finden, was uns selber gut tut, was sich wohl anfühlt und was zu unserem Leben am besten passt.

Heilen von Chakren, unseres Energiesystems sowie die Heilung der weiblichen und männlichen Aspekte in uns

Yoga bietet uns nicht nur einen vitaleren, kräftigeren und beweglicheren Körper, sondern auch den Ausgleich und Ruhe im Inneren. Wir müssen die Asanas nicht in Perfektion ausüben, um die heilende Wirkung von Yoga, zu spüren.

Wir verfügen über sieben Chakren, die die Zentren unseres Energiesystems bilden. Diesen werden Farben, Mantren, Elementen und Sinnen zugeordnet und sie wirken sich auf unsere Gesundheit, Psyche und unser Energiesystem aus. Sind diese durch äußere oder innere Umstände gestört oder nicht genug ausbalanciert, so reagiert unser Organismus darauf. Es können sich Ungleichgewichte und Symptome manifestieren, die wir im Allgemeinen als Krankheiten bezeichnen. Dabei sollten wir allerdings das Wort „Krankheit“ nicht, wie es oftmals im westlichen Sprachgebrauch der Fall ist, nur negativ verstehen. Vielmehr zeigen uns Symptome lediglich eine Störung im Energiesystem auf, die wir wieder in Einklang bringen können.

Yoga wirkt sich positiv auf die Ausbalancierung und Heilung unserer Chakren aus. Wir können damit gezielt die Kraft unseres Energiesystems stärken und erst gar nicht zu einer Störung kommen lassen. Oder bereits aufgetretene Symptome mildern oder gar nach und nach abbauen. Auf diese Weise wecken und unterstützen wir unsere Selbstheilungskräfte. Bei der Heilung des Energiesystems spielt auch die Harmonisierung unserer weiblichen und männlichen Aspekte eine gewichtige Rolle. Beide sind untrennbar voneinander zu betrachten und bilden das „Ganze“ im Universum.

Die männliche Energie ist eher als „nach Außen gekehrt“ zu verstehen, die dem Geist Gestalt gibt, manifestiert und eine äußere Form geben mag – z.B. Tatdrang oder Gestaltung. Die weibliche Energie ist eher als „inneres Sein“ zu verstehen, das die Urkraft ist, das noch keine Form angenommen hat und allumfassend sein kann – z.B. Intuition oder Emotion. Wenn uns diese Aspekte harmonisch innewohnen, so befinden wir uns in unseren vollen Kraft. Wir sind kreativ, schöpferisch, voller Vitalität, ausgeglichen, emotional, gefühlvoll, dynamisch, verfügen über Durchsetzungsvermögen und sind lebensfroh. Die Heilwirkung von Yoga vereint und harmonisiert diese Aspekte, weil sie den Körper, den Geist und die Seele miteinander verschmelzen und überhaupt dieser Vorgänge bewusst werden lässt.

Yoga begleitend zu herkömmlichen Therapien

Scheuen Sie sich nicht davor, Yoga zu üben, wenn Sie holistisch Ihren Körper und Geist mehr Aufmerksamkeit schenken möchten. Sie können in jedem Alter, Verfassung und körperlichen Voraussetzungen damit anfangen. Egal, ob wir denken, wir sind zu ungelenkig dafür, zu schwach, zu dünn oder dick, zu krank oder zu gesund. Sobald wir die Yoga-Art finden, die uns Spaß macht, uns beflügelt und uns ein gutes Gefühl gibt, steht dem regelmäßigen Üben nichts im Wege. Dabei sollten Sie nur so weit üben, wie es Ihr Körper zulässt – ohne den Körper zu überlasten. Falls Sie bereits in Therapie sind oder in einer Behandlung, brechen Sie diese auf gar keinen Fall ab. Yoga kann herkömmliche Therapien unterstützen und parallel dazu ausgeführt werden. Sollten Sie körperliche oder geistige Beschwerden haben, so kann es sinnvoll sein, einen Arzt zu konsultieren, ob Yoga unter den gegebenen Umständen praktiziert werden kann.

Den eigenen Weg gehen

Wahrscheinlich hat bereits jeder von uns schon mehrmals im Laufe seines Lebens „Du machst schon Deinen Weg“ oder „Geh Deinen eigenen Weg“ gehört.

Na, toll! Aber was nun?

Unser Weg beginnt nicht erst mit der Geburt

Viele Muster und Verhaltensformen, die wir im Kindesalter übernehmen, begleiten uns bewusst oder unbewusst das ganze Leben lang. Diese werden von unseren engsten Bezugspersonen vorgelebt, die wiederum viele Muster ihrer Eltern angenommen haben. Solche Verhaltensformen aber auch Denkkonstrukte können von Generation zu Generation übertragen werden und der gesamten Ahnenlinie entspringen. Oftmals passiert dies auf der energetischen Ebene, die sich unterbewusst abspielt.

Auf der anderen Seite nehmen wir schon früh wahr, wie uns die Umwelt wahrnimmt und demnach passen wir unser Verhalten an. Wir fangen an unsere Selbstwahrnehmung an dem zu messen, was andere von uns denken und beginnen uns mit anderen zu vergleichen oder zu identifizieren. Ebenso trägt oftmals der eigene Erwartungsdruck oder der von Außen dazu bei, dass wir uns nicht-gut-genug, erfolglos, aussichtslos, ängstlich usw. fühlen. Wiederum können wir uns erfolgreich, glücklich, fröhlich, ausgelassen, perfekt usw. fühlen, wenn wir die Bestätigung für unser Handeln oder Äußeres von der Umgebung erhalten.

Auf dem eigenen Weg – Muster durchbrechen

Der erste Meilenstein auf dem eigenen Weg ist die Bewusstwerdung der Muster, die wir ablegen oder verändern möchten und solcher, die wir für sinnvoll und gut halten und beibehalten mögen. Im Laufe des Lebens können wir diese immer wieder überdenken und anpassen. Nichts ist dabei endgültig, da das Leben selbst einem ständigen Wandel unterliegt.

Fange langsam an, ohne Eile. Du musst nicht alles auf einmal schaffen. Beginne Dich selbst wahrzunehmen und werde Dir dessen bewusst, welches spontane Verhalten oder Mechanismen, die Dir innewohnen, Dich am meisten ärgern. Halte einen Moment lang inne und beobachte Deine Reaktionen. Male Dir dann aus, wie dieses Verhalten aussehen könnte, wenn Du es nach Deinen Wünschen formen könntest. Dieses „Bild“ kannst Du Dir dann eine Zeitlang täglich in einer ein paar minütigen Meditation immer wieder aufrufen, bis Du merkst, dass Du das alte Muster durchbrochen hast. Manchmal dauert es nur wenige Tage, manchmal Wochen oder Monate…

Der Weg führt über die Selbstwahrnehmung

Ein Teil unserer Selbstwahrnehmung ist eng an unsere Stimmung gekoppelt. Ärgern wir uns über etwas oder sind schlecht gelaunt, dann fühlen wir uns zu blöd, zu hässlich, zu dick oder dünn, oder einfach nur niedergeschlagen und entmutigt. Sind wir fröhlich, dann fühlen wir uns wie auf Wolke Sieben und fast nichts kann uns die Stimmung verderben. Wir nehmen uns dann als schön, intelligent, erfolgreich, wunderbar und offenherzig wahr. Der andere Teil ist eng damit verbunden, wie uns die Umwelt wahrnimmt. Begegnet uns Jemand unfreundlich, oder äußert Kritik (egal ob berechtigt oder unberechtigt) oder denken wir einfach nur, nicht genug in das Bild des anderen zu passen, dann kann es in uns negative Empfindungen uns selbst gegenüber auslösen. Auf der anderen Seite, wenn wir von unserer Umwelt positiv wahrgenommen werden, stärkt es unsere positive Selbstwahrnehmung.

Hinzu kommen unsere eignen Unsicherheiten und Angstgefühle, die in uns bewusst und unterbewusst schlummern. Es kann z.B. etwas sein, was uns in der frühesten Kindheit passiert ist. Etwa dass eine Person geäußert hat, wir können etwas nicht gut genug und dieses Gefühl begleitet uns unterbewusst im Leben. Dann haben wir dies in unserem System konnotiert und wir werden immer den Eindruck haben, dass wir etwas nicht so gut können wie eine andere Person. Vielleicht probieren wir auch Dinge nicht aus, weil es uns „ohnehin nicht gelingen würde“.

All das kann mit der Zeit durchbrochen werden uns unseren eigenen Weg ebenen. Wenn ein solches Gefühl auftaucht, versuche es intensiv wahrzunehmen und Dich im nächsten Schritt zu fragen, ob es wirklich so ist. Horche Deiner inneren Stimme, versuche sie jedoch im ersten Moment nicht zu analysieren oder zu werten. Dann lege den Gedanken ab und besinne Dich auf etwas, was Dir Freude macht. Versuche immer wieder die negativen Gefühle, die in solchen Momenten auftauchen, durch positive zu ersetzten.

Der Weg ist das Ziel

Im Gegensatz zu der geläufigen Meinung, sich große Ziele im Leben zu setzen, die wohl möglich utopisch sind oder schwer zu realisieren sind, weil wir nicht alleine auf der Welt sind und sich die Rahmenbedingungen verändern, können wir uns für unseren Weg kleine Ziele setzten.

Dafür aber ist es wichtig zu wissen, wo die Reise hingehen soll. Wenn wir uns zunächst vor Augen führen, was uns glücklich macht und uns Spaß macht, dann können wir auch unseren Zielen näher kommen. Immer nur zu äußern, dass wir gerne beispielsweise in die Karibik möchten, aber uns die Zeit und das Geld dafür fehlen, führt kaum zu Realisierung der Idee. Auch immer nur davon zu reden, dass wir in einem Job unglücklich sind und wechseln möchten, aber wir keine andere Arbeit finden oder Angst vor der Arbeitslosigkeit haben, bringt eher Frustrationen mit sich.

Nachdem wir mit der Zeit unsere Muster durchbrechen und unsere Selbstwahrnehmung verändern, können wir auch unsere Ziele erkennen und unsere Kreativität dafür einsetzten, diese Wahr werden zu lassen. Auch neue Dinge ausprobieren, die wir schon immer machen wollten, aber uns unsere Befürchtungen, Konnotate und Selbstzweifel daran gehindert haben, können wir nun leichter ins Auge fassen und realisieren.

Wenn wir also in die Karibik verreisen möchten, dann kann uns unsere Kreativität dabei helfen, wenn wir es nur zulassen. Etwa jeden Monat etwas Geld für die Reise zurücklegen, unseren Keller ausmisten und Dinge zu verkaufen, die wir nicht mehr benötigen. Oder vor Ort bei einer Organisation ein Volontariat absolvieren (das geht im Übrigen in jedem Alter), vielleicht auch als Bildungsurlaub geltend machen… Klar bedürfen manche Ziele einer längeren Vorlaufzeit als andere, aber wenn wir uns von unseren „Abers“ und „Unmöglichkeiten“ loslösen, dann können wir Dinge schaffen, die uns vorher undenkbar schienen. Auch Rückschläge gehören dazu. Dennoch können wir immer unsere Ziele an die vorhandenen Rahmenbedingungen anpassen, ohne uns einzureden, dass sie nie Wahr werden. Vielleicht passieren auf dem Weg auch Dinge, die uns von dem ursprünglich gedachten Ziel abbringen, aber noch noch mehr potenzielle Ziele und Möglichkeit offenbaren.

Schritt für Schritt auf dem eigenen Weg

Den Prozess und die Entdeckungsreise zu uns selbst und zu unserem eigenen Weg können wir durch begleitende Aktivitäten unterstützen. Egal, ob wir bereits Erfahrung mit bestimmten Dingen gemacht haben oder nicht. Oftmals kann bei dem Prozess Fachliteratur zu bestimmten Themen helfen, Vorträge oder Interessengemeinschaften. Auch Meditation, Tiefenentspannung, Yoga, autogenes Training, Gymnastik oder Ähnliches. Manchmal auch eine neue Kleidung oder die Umgestaltung der Wohnung. Versuche auf Dein Inneres zu hören und das zu machen, was sich in dem Moment gut anfühlt. Wenn spontan ein Gefühl auftaucht, dass Du ein Eis essen möchtest oder ein Bier trinken möchtest, oder auf einen Baum klettern magst – dann mach es!