Yoga als Heilmethode

Yoga als Heilmethode?

Im westlichen Gesundheitssystemen finden wir allzuhäufig die Ausrichtung auf die pathologischen Zusände des Körpers und des Geistes, die mit unterschiedlichen Methoden therapiert werden. Hierbei wird der Fokus auf die Krankheit gelegt, weniger auf die seelischen Ursachen, auch wenn alternative Heilmethoden im Laufe der Zeit immer mehr Anklang finden und vereinzelnd begleitend zu Schulmedizin eingesetzt werden.

Das uralte yogische System vereint dagegen das Bewusstsein für die Wechselwirkungen der eigenen Physiologie, dem Geist, der Atmung und der Seele. Aus der Verbindung dessen resultiert die heilende Wirkung von Yoga. Hierbei steht der gesunde Zustand des Individuums im Vordergrund.

Bereits viele Menschen mit gesundheitlichen Problemen und chronischen Erkrankungen haben Yoga für sich als ganzheitliche medizinische Therapieform entdeckt – mit zum Teil beachtlichen Erfolgen.

Heilansatz im Yoga

Die heilsame Wirkung von Yoga basiert auf uralten Vorstellungen, die eng mit der Natur, den Kräften des Universums, der Astrologie und der Jahreszeiten, verstanden werden – es ist die Wissenschaft vom „gesunden“ Leben. Der angestrebte Zustand des Gleichgewichts von Körper, Geist und Seele bringt mit sich das Gefühl der Verbundenheit mit dem Universum, mit der Natur und mit der eigenen Spiritualität. Dabei spielt es kaum eine Rolle aus welcher Sozialisation wir kommen, aus welchem Teil der Erde oder ob wir religiös geprägt sind, oder nicht. Die heilsamen Wirkungen von Yoga sind uns allen, jeden Alters und Geschlechts, zugänglich sobald wir uns nur darauf einlassen.

Die Yoga-Asanas sind keine reinen Körperübungen wie Aerobic, Gymnastik oder Workout, die für die körperliche Fitness ausgeführt werden, aber währenddessen die Gedanken und die Emotionen irgendwo herumschwirren. Es ist ein System aus Übungen, die bewusst, intensiv und bedacht in Kombination mit Atemtechniken und Ruhezuständen ausgeführt werden. Der Fokus der Gedanken und der Emotionen liegt beim Üben auf den Techniken und dem Zustand der Meditation während der Yoga-Praxis. Dabei spüren wir die Asanas ganzheitlich mit Leib und Seele. Wir verlassen alles, was uns in dem Moment stören könnte und lassen uns auf den Moment im Hier- und Jetzt ein.

Obwohl es mittlerweile im Westen viele Yoga-Arten gibt, die oftmals als eine „gesunde Form“ der Bewegung, zur Stressabbau, als Ausgleich zum schnelllebigen Alltag oder zur Reduktion von Rücken- oder Bewegungsapparatbeschwerden angepriesen werden, halte ich dies für viel zu oberflächlich gedacht. Denn die heilende Wirkung von Yoga basiert eben nicht ausschließlich auf den Übungen.

Auf der anderen Seite bieten uns die vielfältigen Angebote an Yoga-Kursen die Möglichkeit, die „richtige“ Yoga-Art für uns selbst zu finden. Wir können damit das finden, was uns selber gut tut, was sich wohl anfühlt und was zu unserem Leben am besten passt.

Heilen von Chakren, unseres Energiesystems sowie die Heilung der weiblichen und männlichen Aspekte in uns

Yoga bietet uns nicht nur einen vitaleren, kräftigeren und beweglicheren Körper, sondern auch den Ausgleich und Ruhe im Inneren. Wir müssen die Asanas nicht in Perfektion ausüben, um die heilende Wirkung von Yoga, zu spüren.

Wir verfügen über sieben Chakren, die die Zentren unseres Energiesystems bilden. Diesen werden Farben, Mantren, Elementen und Sinnen zugeordnet und sie wirken sich auf unsere Gesundheit, Psyche und unser Energiesystem aus. Sind diese durch äußere oder innere Umstände gestört oder nicht genug ausbalanciert, so reagiert unser Organismus darauf. Es können sich Ungleichgewichte und Symptome manifestieren, die wir im Allgemeinen als Krankheiten bezeichnen. Dabei sollten wir allerdings das Wort „Krankheit“ nicht, wie es oftmals im westlichen Sprachgebrauch der Fall ist, nur negativ verstehen. Vielmehr zeigen uns Symptome lediglich eine Störung im Energiesystem auf, die wir wieder in Einklang bringen können.

Yoga wirkt sich positiv auf die Ausbalancierung und Heilung unserer Chakren aus. Wir können damit gezielt die Kraft unseres Energiesystems stärken und erst gar nicht zu einer Störung kommen lassen. Oder bereits aufgetretene Symptome mildern oder gar nach und nach abbauen. Auf diese Weise wecken und unterstützen wir unsere Selbstheilungskräfte. Bei der Heilung des Energiesystems spielt auch die Harmonisierung unserer weiblichen und männlichen Aspekte eine gewichtige Rolle. Beide sind untrennbar voneinander zu betrachten und bilden das „Ganze“ im Universum.

Die männliche Energie ist eher als „nach Außen gekehrt“ zu verstehen, die dem Geist Gestalt gibt, manifestiert und eine äußere Form geben mag – z.B. Tatdrang oder Gestaltung. Die weibliche Energie ist eher als „inneres Sein“ zu verstehen, das die Urkraft ist, das noch keine Form angenommen hat und allumfassend sein kann – z.B. Intuition oder Emotion. Wenn uns diese Aspekte harmonisch innewohnen, so befinden wir uns in unseren vollen Kraft. Wir sind kreativ, schöpferisch, voller Vitalität, ausgeglichen, emotional, gefühlvoll, dynamisch, verfügen über Durchsetzungsvermögen und sind lebensfroh. Die Heilwirkung von Yoga vereint und harmonisiert diese Aspekte, weil sie den Körper, den Geist und die Seele miteinander verschmelzen und überhaupt dieser Vorgänge bewusst werden lässt.

Yoga begleitend zu herkömmlichen Therapien

Scheuen Sie sich nicht davor, Yoga zu üben, wenn Sie holistisch Ihren Körper und Geist mehr Aufmerksamkeit schenken möchten. Sie können in jedem Alter, Verfassung und körperlichen Voraussetzungen damit anfangen. Egal, ob wir denken, wir sind zu ungelenkig dafür, zu schwach, zu dünn oder dick, zu krank oder zu gesund. Sobald wir die Yoga-Art finden, die uns Spaß macht, uns beflügelt und uns ein gutes Gefühl gibt, steht dem regelmäßigen Üben nichts im Wege. Dabei sollten Sie nur so weit üben, wie es Ihr Körper zulässt – ohne den Körper zu überlasten. Falls Sie bereits in Therapie sind oder in einer Behandlung, brechen Sie diese auf gar keinen Fall ab. Yoga kann herkömmliche Therapien unterstützen und parallel dazu ausgeführt werden. Sollten Sie körperliche oder geistige Beschwerden haben, so kann es sinnvoll sein, einen Arzt zu konsultieren, ob Yoga unter den gegebenen Umständen praktiziert werden kann.