Das schamanische Träumen – bewusstes Träumen

Im deutschen Sprachgebrauch finden wir mehrere Begriffe, die einen Traum definieren: Tagtraum, Albtraum, Klartraum, Einschlaftraum, Wahrtraum. Fast jeder Mensch hat bereits im Verlauf seines Lebens etwa von prophetischen Träumen gehört, von visionären Träumen oder von Ereignissen, die sich in einem Traum gezeigt haben sollen.

Nun – das wirft gleich mehrere Fragen auf. Was ist überhaupt ein Traum und kann es zweifelsfrei definiert werden? Was passiert in der Traumphase eines Menschen? Können Träume Ereignisse vorhersehen und als Warnsignale oder als Anleitung für etwas intepretiert werden? Können Träume gesteuert werden?

Aus der schamanischen Sicht können Träume bewusst gesteuert werden und somit auch die Zukuft verändern. Ebenso ist eine schamanische Reise mit einem Traum vergleichbar, die einem Zweck dient. Nämlich der Lösung eines Problems oder der Klarheit und Bewusstwerdung eines Anliegens oder des Wegs für den Umgang mit Dingen gar Lösungsansätze. Der Traum ist demnach die Realität und die Realität der Traum. Allerdings können Träume nicht eins zu eins in die Realität übersetzt werden, da sich sich auf einer anderen Ebene des Bewusstseins und der Vorstellungskraft bewegen.

Psychlogie und Traum

Psychologisch gesehen verfügen Träume über besondere Eigenschaften. Wie z.B. „ein Traum ist eine vielsinnige Wahrnehmungssytuation“, „Ein Traum ist die Formation von Kompromissen, um hallozogenisch Wünsche zu erfüllen und gleichzeitig den Schlaf zu behüten“, „Ein Traum ist ein psychologisches Trugbild“, „Ein Traum setzt sich auf komplexen visuellen Vorstellungen zusammen, die einigen Entwicklungsschritten unterzogen worden sind“ oder „Ein Traum verstrickt multisensorische Bilder oder Empfindungen sowie der Träumer selbst, dessen Affektivitätslage und besonders die individuelle Art, Mentales zu verarbeiten“… Definizionsansätze, die kaum zweifelfrei belegt werden können.

Medizin und Traum

Medizinisch gesehen können Träume bzws. der Schlaf psysiologisch und neurologisch eindeutiger eingeordnet werden. Obwol lange Zeit der Schlaf als eine passive und nicht aktive Phase angesehen wurde, stellte sich bei Untersuchungen ab den 50ger Jahren heraus, dass es durchaus um eine aktive und inhomogene Zustand vielfältiger und zentralnervöser Prozesse handelt. Wie die Studien zeigten, ist die sogenannte REM-Phase (Rapid Eye Movemet) der Moment im Schlaf, in dem die Traumsequenz stattfindet. Psysiologisch gesehen ist der Körper im Ruhezustand: der Blutdruck sinkt, die Muskeln entspannen sich, die Atmung wird ruhiger… Träume sind jedoch nicht auf den REM-Schlaf beschränkt; auch in anderen Schlafstadien laufen kognitive Prozesse ab, die jedoch offenbar nicht den bildhaften und szenischen Charakter haben wie die REM-Träume. Untersuchungen mittels experimenteller Weckungen aus REM-Schlaf im Schlaflabor haben ergeben, daß man in den weitaus meisten REM-Phasen Traumberichte erheben kann. Umstritten sind allerdings noch bis heute die Funktionen des REM-Schlafes und die der Träume. Populärste Hypothese zur Funktion des Traumes ist weiterhin die auf Freud zurückgehende Annahme, daß diese Ausdruck unbewußter Impulse sind, als Wunscherfüllungen aufgefaßt werden können und somit eine psychohygienisch wichtige Funktion erfüllen (Freud 1900). Diese Annahme ist nicht unwidersprochen geblieben.

Der schamanische Traum

Das schamanische Träumen ist kaum wissenschaftlich erklärbar. Naturkulturen, archaische Völker und Kulturen, in dem die geistige Welt, Wesen, Pflanzenheilkunde, Visionen oder der Glaube an mystische und magische Phänomene lebendigt ist, kennen Träume als Teil der Realität, als Wegweiser oder als Botschafter. Ein Schamane begibt sich ähnlich wie bereits in dem Beitrag zu Schamanischen Reise beschrieben, in die Anderswelt mit Hilfe von Träumen bewusst und mit einem Anliegen.

Der Traum ist Realität und die Realität ist der Traum“

Das gesamte Verhalten des Menschen basiert zumeist auf Projektionen von dem was bereits im Laufe des Lebens erlebt wurde. Unser Verstand versucht uns von negativen Erlebnissen zu bewahren und deshalb wägt er fortwährend ab, ob wir eine Situation, der wir ausgesetzt sind, negativ oder positiv zu bewerten ist. Sie können aber genau dieses im bewussten Traum beeinflussen und sich Nutze machen. Jede Änderung wird dann Auswirkungen auf Ihr Leben haben. Indem die alten Glaubenssätze im Traum abgelegt oder verändert werden können, kann sich das Leben ändern! Die Projektionen der Vergangenheit, die der Verstand negativ konnotiert hat und die damit einhergehenden Ängste oder Projektionen auf das Hier- und Jetzt oder auf die Zukunft, können damit wie ausradiert werden.

Traumübung – bewusstes schamanisches Träumen

Stellen Sie sich vor, Sie können Ihre Träume beeinflussen. Diese kleine Übung kann Ihnen dabei helfen, Ihre Träume zu steuern und zu verändern.

Legen Sie sich in einer möglichst ungestörten und für Sie angenehmen Umgebung hin. Atmen Sie ruhin uns gleichmäßig. Wenn Sie Erfahrungen mit Meditation haben, können Sie sich den Zustand ähnlich einer Meditation vorstellen. Wenn nicht, versuchen Sie einfach entspannt zu sein und zur Ruhe zu kommen.

Richten Sie dann Ihre Aufmerksamkeit auf ein Anliegen, das Sie erträumen möchten. Denken Sie an ein Symbol, das für das Anliegen im Traum stehen kann. Es ist dabei nicht wichtig, was das Symbol ist – es ist sehr individuell.

Versuchen Sie nichts zu erzwingen, lassen Sie sich auf das ein, was sich vom geistigen Auge abspielt. Das Symbol Ihres Anliegens kommt automatisch zu Ihnen! Manchmal dauert es nur wenige Sekunden, manchmal auch eine halbe Stunde usw. Bleiben Sie entspannt und erzwingen Sie nichts.

Sobald sich das Symbol zeigt, fangen Sie an zu Träumen: visualisieren Sie das Symbol für Ihr Anliegen intensiv. Beobachten Sie wie es aussieht (es kann alles sein: eine Pflanze, ein Wesen, Architektur, Tier, Mensch, eine Rune, ein Bach etc.), wie es sich anfühlt wie es riecht oder sich anhört. Lassen Sie Ihre Sinneseindrücke erst mal zu ohne zu bewerten.

Beginnen Sie dann damit, Ihr Symbol und alle Eindrücke um jenes in einer positiven Art und Weise zu steuern und zu verändern.

Beispiel: Wenn Sie Probleme z.B. mit der Niere haben, dann schauen Sie sich Ihr Symbol dafür ist bsws. eine stachlige, stinkende, schwarze Rose, dann visualisieren Sie, dass sich die Farbe der Rose nach und nach verändert. Sie wird wunderschön, blüht auf und duftet verführerisch. Die Stacheln werden weicher und Sie können Sie im Traum bedenkenlos anfassen. Sie fühlen sich sogar weich und flauschig an.

Vergessen Sie nicht: im Traum ist ALLES möglich!

Sie können dann Ihr Symbol (in dem Beispiel die Rose) auch fragen, was sie braucht um wieder gesund, vital und kräftig zu werden. Dann können Sie sowohl im Traum, als auch dann in der Realität genau das umsetzten.

Genau so können Sie das bewusste Träumen einsetzten, um Anliegen zu heilen, sich mit Ihren Problemen auseinanderzusetzen, oder sie einfach positiv im Schlaf zu beeinflussen. Sie werden nach und nach merken, dass Sie diese Übung nicht mehr benötigen, um bewusst träumen zu können.

Literaur:

Brigitte Holzinger, Der luzide Traum, Phänomologie und Phsychologie, Wien 1997

Aserinsky E, Kleitman N (1953) Regularly occurring periods of eye motility and concomitant phenomena during sleep. Science 118:273 -274

Freud S (1900) Die Traumdeutung. GW Bd.2 Fischer, Frankfurt am Main (1972)

Zulley J, Bailer (1990) Polyphasic sleep/wake patterns and their significance to vigilance. In: Leonard JP (ed) Vigilance: Methods, Models and Regulation (pp 98-110). Martinus Nijhoff, Boston

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